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Unter den Wissenschaftlern, nach deren Ansicht unser Planet nur eine absolute Maximalzahl von Menschen ernähren kann, unterstellen deshalb diejenigen, die eine großzügige Schätzung für die Kapazitätsgrenze der Erde anbieten, dass unsere Spezies selbst dann aus weniger mehr machen kann, wenn wir den Lebensstandard von Milliarden Menschen steigern. Die eher pessimistischen Propheten sehen in der Regel eine globale »Tragödie der Gemeingüter« vorher, bei der wir uns gierig an einem All-you-can-eat-Büfett der natürlichen Ressourcen zu Tode konsumieren." (aus "Das Ende des Alterns: Die revolutionäre Medizin von morgen (Lifespan)" von Prof. Dr. David A. Sinclair, Prof. Matthew D. LaPlante, Dr. Sebastian Vogel)

Dienstag, 22. September 2020

"Ausrufezeichen im Abwärtstrend" Arktis-Eis schrumpft auf zweitkleinste Fläche

Durch die Eisschmelze in der Arktis werden Wetterextreme auch in Deutschland wahrscheinlicher.

Immer schneller schmilzt das Meereis in der Arktis - so schnell, dass Experten inzwischen damit rechnen, dass es schon ab 2035 komplett eisfreie Sommer an der nördlichen Polkappe geben wird. Die Folgen dessen werden auch in Deutschland zu spüren sein.

Das Meereis in der Arktis ist auf die zweitniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Messungen vor rund 40 Jahren geschrumpft. Mit 3,74 Millionen Quadratkilometern sei in der vergangenen Woche wahrscheinlich das Minimum für dieses Jahr erreicht worden, teilte das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) der USA in Boulder im Bundesstaat Colorado mit. "Es war ein verrücktes Jahr im Norden, mit Meereis in der Nähe eines Rekordtiefs, Hitzewellen mit knapp 40 Grad in Sibirien und massiven Waldbränden", sagte NSIDC-Chef Mark Serreze. "Das Jahr 2020 wird als Ausrufungszeichen in einem Abwärtstrend bei der Ausbreitung des arktischen Meereises stehen."

Die Folgen der Eisschmelze für Tier und Mensch sind dramatisch.

Dem Experten zufolge steuere die Arktis auf einen saisonal eisfreien Arktischen Ozean zu - "und dieses Jahr ist ein weiterer Nagel im Sarg", so Serreze. Der Negativrekord hatte im Jahr 2012 gelegen. Damals sei die Eisdecke nach Daten der Universität Bremen auf 3,27 Millionen Quadratkilometer geschrumpft, hieß es vom Alfred-Wegener-Institut (AWI). Zu den Ursachen für den starken Eisverlust in diesem Sommer zählt demnach, dass im zurückliegenden Winter in den russischen Randmeeren überwiegend dünnes Meereis gebildet wurde, welches im Frühling rasch schmolz.

Zudem habe die Arktis besonders hohe Luft- und Wassertemperaturen verzeichnet, Wärmewellen hätten dem Eis sowohl von oben als auch von unten zugesetzt. Die Wissenschaftler an Bord des deutschen Forschungseisbrechers "Polarstern" hätten die rapide Eisschmelze in diesem Sommer live miterlebt, hieß es vom AWI auch. "Das Meereis der Arktis hat sich in diesem Jahr atemberaubend weit zurückgezogen", erklärte "Mosaic"-Expeditionsleiter Markus Rex. Beim Erreichen des Nordpols seien weite Bereiche offenen Wassers fast bis zum Pol zu sehen gewesen, umgeben von völlig durchlöchertem Eis. "Das Eis der Arktis schwindet in dramatischer Geschwindigkeit."

"Katastrophale Entwicklung"

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Das Eis schmelze so schnell, dass die Arktis voraussichtlich nicht 2050, sondern schon ab 2035 im Sommer komplett eisfrei sein werde, warnte Sybille Klenzendorf, Arktis-Expertin beim WWF Deutschland. Folgen dieser "katastrophalen Entwicklung" bekämen auch die Menschen in Deutschland zu spüren. Extremwettereignisse wie Sturmfluten und Trockenperioden würden dadurch in Mitteleuropa begünstigt. Zudem veränderten Fische aufgrund veränderter Meerestemperaturen und Strömungen ihr Wanderverhalten.

Das Schrumpfen des Meereises zeige, "wie massiv die Zerstörung unseres Planeten durch die Klimaerhitzung voranschreitet", kommentierte der Meeresbiologe Christian Bussau von der Naturschutzorganisation Greenpeace. "Wenn die Arktis schmilzt, werden sich die Meere noch stärker erhitzen, das Artensterben wird rasanter zunehmen. Die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise können bald nicht mehr aufgehalten werden." Greenpeace fordert, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meere zu Schutzgebieten erklärt werden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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